Ganzjahresreifen im Test: Alle neun Modelle mindestens „gut“
Drei Reifen erreichen „sehr gut“ – Continental landet auf Platz eins
Ganzjahresreifen werden für viele Autofahrer immer attraktiver. Vor allem bei Fahrzeugen, die überwiegend im Alltag und in der eigenen Region genutzt werden, können moderne Allwetterreifen eine Alternative zum saisonalen Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen sein. Das zeigt der aktuelle Reifentest der Fachzeitschrift auto motor und sport.
Getestet wurden neun Markenreifen der Größe 195/55 R 16 91 H, die bei zahlreichen Kleinwagen eingesetzt wird. Die Preise der getesteten Modelle liegen zwischen 89 und 127 Euro pro Reifen. Alle neun Reifen erreichten mindestens das Testurteil „gut“, drei Modelle wurden mit „sehr gut“ bewertet.
Testsieger ist der Continental AllSeasonContact 2 für 122 Euro mit der Note 8,7. Der Reifen überzeugte insbesondere auf trockener und nasser Fahrbahn, bietet eine hohe Fahrsicherheit und erreichte im Test den niedrigsten Rollwiderstand, was sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Auf Schnee gibt es allerdings stärkere Konkurrenten.
Auf Platz zwei folgt der erst im Frühjahr eingeführte Vredestein Quatrac für 103 Euro mit der Note 8,0. Er bietet eine ausgewogene und gut beherrschbare Fahrdynamik auf Schnee sowie kurze Bremswege und ein problemloses Handling auf nasser Fahrbahn. Den dritten Platz belegt der Pirelli Cinturato AllSeason SF3 für 127 Euro mit der Note 8,2. Er erzielte die besten Ergebnisse auf Schnee und überzeugte mit sehr guten Fahrleistungen, zeigte jedoch leichte Schwächen bei Nässe.
Mit „gut“ bewertet wurden außerdem der Nokian Seasonproof 2 für 103 Euro mit der Note 7,9, der Bridgestone Turanza All Season 6 für 127 Euro mit der Note 7,6, der Uniroyal AllSeason Expert 3 für 89 Euro mit der Note 7,5, der Hankook Kinergy 4S² H750 für 97 Euro mit der Note 7,2 sowie der Kleber Quadraxer 3 für 101 Euro und der Falken EuroAll Season AS210 für 93 Euro mit jeweils der Note 7,1.
Nach Einschätzung der Tester sollte bei der Auswahl eines Ganzjahresreifens jedoch nicht allein der Preis entscheiden. Wichtig ist vielmehr, dass die Eigenschaften des Reifens zum Einsatzgebiet und zum eigenen Fahrverhalten passen. Während Autofahrer beispielsweise rund um Köln oder Frankfurt im Winter häufiger mit nassen Straßen rechnen müssen, spielt Schnee in Regionen rund um München, Stuttgart oder Freiburg und im Schwarzwald eine größere Rolle.
Auch das Fahrzeug und die persönliche Fahrweise sollten berücksichtigt werden. Wer einen kleinen Stromer fährt, kann von einem Reifen mit geringem Rollwiderstand profitieren. Bei einer sportlicheren Fahrweise sind dagegen Grip und Seitenführung wichtiger. In regenreichen oder schneereichen Regionen sollten insbesondere die jeweiligen Eigenschaften bei Nässe und Schnee berücksichtigt werden.
Ganzjahresreifen bleiben trotz ihrer inzwischen guten Leistungen ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen. Damit sie auch bei niedrigen Temperaturen und auf Schnee ausreichend Grip bieten, verfügen sie über entsprechende Gummimischungen, tiefere Profilrillen und zahlreiche feine Lamellen. Diese sorgen dafür, dass sich der Reifen auf losem Untergrund besser verzahnen kann.
Die für winterliche Bedingungen notwendige Beweglichkeit des Profils bringt auf trockener Fahrbahn allerdings Nachteile mit sich. Bei einer starken Bremsung können sich die Profilblöcke stärker verformen, wodurch sich die wirksame Aufstandsfläche verringert und die Bremswege länger werden können. Gute Sommerreifen bleiben Ganzjahresreifen deshalb insbesondere auf trockener Fahrbahn überlegen.
Der aktuelle Test zeigt dennoch, dass Autofahrer inzwischen eine breite Auswahl leistungsfähiger Ganzjahresreifen haben. Welches Modell am besten geeignet ist, hängt weniger vom Preis allein als vom Fahrzeug, dem persönlichen Fahrprofil und vor allem von den typischen Wetterbedingungen am jeweiligen Einsatzort ab.
Quelle: auto motor und sport / Redakteur: Thiemo Fleck. Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

