Bayern bereitet sich auf Ausbau der Bundeswehr vor
Neue Musterungszentren, Standortdialoge und Milliardeninvestitionen sollen die Bundeswehr-Infrastruktur im Freistaat stärken
Die Bayerische Staatsregierung stellt sich auf einen umfassenden Ausbau der Bundeswehr und der militärischen Infrastruktur im Freistaat ein. Hintergrund sind die geplanten Struktur- und Stationierungsentscheidungen des Bundes sowie milliardenschwere Investitionen in Personal, Ausrüstung und militärische Einrichtungen.
Nach den aktuellen Planungen soll die Bundeswehr bis 2035 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie zusätzlich 200.000 kampfbereite Reservistinnen und Reservisten anwachsen. Bayern wird als einer der bedeutendsten Bundeswehrstandorte Deutschlands dabei eine zentrale Rolle spielen.
Die Staatsregierung begrüßt deshalb die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, neue Musterungszentren auch in Bayern einzurichten. Geplant sind Standorte in Kempten, Nürnberg, Regensburg und Würzburg. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um den geplanten personellen Aufwuchs der Bundeswehr zu unterstützen.
Zugleich begleitet Bayern den sogenannten Standortdialog der Bundeswehr mit betroffenen Kommunen. Hintergrund ist das Moratorium des Bundes für Konversionsflächen, das vielerorts Unsicherheit über laufende und geplante Projekte ausgelöst hatte. Gemeinsam mit dem Bundesverteidigungsministerium sollen nun strukturierte Gespräche vor Ort für mehr Planungssicherheit sorgen.
Parallel dazu werden die Bauanstrengungen für Bundeswehr, NATO und verbündete Streitkräfte massiv ausgeweitet. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Staatsregierung allein 290 Millionen Euro in das militärische Bauen für die Bundeswehr investiert; insgesamt belief sich das Volumen mit NATO, Gaststreitkräften und Zivilbauten des Bundes auf rund 590 Millionen Euro. Dazu zählen Unterkünfte, Infrastrukturprojekte und High-Tech-Verteidigungsanlagen.
Die Bayerische Bauverwaltung rechnet künftig mit einem weiteren deutlichen Anstieg des Auftragsvolumens. Bereits heute laufen zahlreiche Großprojekte, darunter neue Unterkunftsgebäude, Ausbildungsstätten sowie bundesweite Musterplanungen für moderne militärische Anlagen.
Mit zusätzlichen Kapazitäten, vereinfachten Genehmigungsverfahren und dem Gesetz zur Förderung der Bundeswehr will der Freistaat die Voraussetzungen schaffen, damit militärische Bauprojekte schneller umgesetzt werden können.
Quelle: Bericht aus der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung vom 19. Mai 2026 (Bayerische Staatskanzlei). Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

